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Seit November 2004 gilt für Schächte aus Beton, Stahlfaserbeton und Stahlbeton die DIN EN 1917 in Kombination mit der nationalen Ergänzungsnorm DIN 4034-1. Danach dürfen in Deutschland für Abwasserleitungen und -kanäle nur Schachtfertigteile Typ 2 verwendet werden, die widerstandsfähig gegen chemisch mäßig angreifende Umgebung sind (Expositionsklasse XA2 nach DIN EN 206-1) und die erhöhten Anforderungen der DIN 4034-1 an die Betonfestigkeit und Wasserdichtheit …
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(Bild: Einbau eines vorgefertigten Schachtes aus Stahlbeton (hexagonale Sonderanfertigung)) (Bild: Einbau eines vorgefertigten Schachtes aus Stahlbeton (Sonderanfertigung)) Nach DIN 4034-1 sind kreisförmige Schachtfertigteile aus Beton und Stahlbeton (Schachtringe) in den Nennweiten DN 1000, DN 1200, DN 1500 und DN 2000 genormt. Andere Ausführungsarten sind zulässig, wenn sie die Anforderungen dieser Norm erfüllen. Für Schachtfertigteile mit anderen …
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Korrosionsschutzvarianten von Schachtunterteilen für Freispiegelsysteme mit Gerinne und Auftritt werden entweder monolithisch oder nachträglich hergestellt. (Bild: Schachtgerinne mit Steigkasten und Auftritt mit Estrichbeschichtung) (Bild: Schachtgerinne und Auftritt mit Estrichbeschichtung) (Bild: Schachtgerinne mit Steinzeug-Halbschale und verklinkertem Auftritt) (Bild: Schachtgerinne und Auftritt mit verklinkert) (Bild: Schachtgerinne und Auftritt …
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Wichtig: Alle Teile eines Schachtes (einschließlich seiner Verbindungen) müssen so konstruiert und hergestellt werden, dass die Dichtheit unter den vorgegebenen Belastungsbedingungen während der gesamten Nutzungsdauer gegen inneren und äußeren Wasserüberdruck dauernd sichergestellt ist. (Bild: Anforderung an Schächte - Dichtheit - Beanspruchung des Schachtes durch Außenwasserdruck z.B. bei anstehendem Grundwasser) Nach DIN 4034-1 müssen Schachtfertigteile …
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Seit der Einführung des ATV-A 241 im Jahre 1978 wurden unter Berücksichtigung der technischen Entwicklung und der Bedingung, dass auch vertikale Belastungen gleichmäßig und nicht federnd übertragen werden müssen, folgende Dichtmittel zugelassen: (Bild: Dichtmittel - Diagramm)
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(Bild: Dichtung von Schachtringen mit Zementmörtel (über dem Grundwasser)) Zementmörteldichtung Diese Dichtung wurde verwendet, wenn kein Grundwasser anstand und keine besonderen Anforderungen an die Dichtheit vorlagen (dies galt nicht für Spezialmörtel mit besonderen Eigenschaften). Der verwendete Zementmörtel sollte DIN 1045 entsprechen. Vor Aufbringen des Zementmörtels waren die Dichtflächen anzunässen. Dichtung mit Bitumenbinder Bei …
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Plastische Dichtmittel Die verwendeten Bänder und Kitte mussten DIN 4062 entsprechen. Sie mussten über ausreichendes Standvermögen verfügen. Bei der Verarbeitung waren die eventuell erforderlichen Voranstriche an den Dichtflächen aufzubringen. Die Montage der Schachtringe musste mittels Abstandhaltern erfolgen, z. B. durch Vermörteln der Außen- oder Innenfugen. (Bild: Dichtung von Schachtringen mit plastischen Dichtmitteln (im Grundwasser))
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(Bild: Schachtringdichtungen aus Elastomeren) Grundsätzlich sollte die Abdichtung der Fugen zwischen Schachtfertigteilen ausschließlich Dichtmittel aus Elastomeren nach DIN EN 681 und DIN 4060 erfolgen. (Bild: Schachtringdichtungen aus Elastomeren in Anlehnung an [FI-Denso] - Dichtring mit dichter Struktur für Spitzenden nach DIN 4034-1) (Bild: Schachtringdichtungen aus Elastomeren in Anlehnung an [FI-Denso] - Dichtring mit dichter Struktur für Spitzenden …
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Hier sehen Sie weitere Beispiele für aktuelle Varianten von Dichtmitteln aus Elastomeren zur Abdichtung der Fugen zwischen Schachtfertigteilen. Seit ca. 30 Jahren werden überwiegend Gleitringdichtungen mit einem Lastübertragungsring aus Elastomer (Bilder) eingesetzt. (Bild: Dichtung von Schachtringen mit Gleitring und sandgefülltem, elastomerem Lastübertragungselement in Anlehnung an [FI-Prinz]) (Bild: Dichtung von Schachtringen und Lastübertragungsring …
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Nach DIN EN 1917 (2002) sind auch andere Dichtmittel zulässig. Hierzu zählen: -
Elastomerdichtung
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Elastomer-/Plastomerdichtung oder anderes Dichtmittel
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Elastomer-/Plastomerdichtung oder anderes Dichtmittel
Alle Bauteilverbindungen müssen die werkseitigen Dichtheitskriterien erfüllen. (Bild: Bauteilverbindungen nach DIN EN 1917 [DINEN1917a] - Elastomerdichtung) (Bild: Bauteilverbindungen nach DIN EN 1917 [DINEN1917a] - Elastomeres, plastomeres oder …
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Wichtig: Da beim Einbau von Schächten der gewachsene Boden gestört und damit setzungsempfindlich ist, muss mit gegenseitigen Lageänderungen zwischen Schacht und Rohrleitung gerechnet werden. Diesem Problem wurde lange Zeit keine Beachtung geschenkt, sodass relativ viele Schäden in den Anschlussleitungen und -kanälen in Form von Querrissen in unmittelbarer Schachtnähe durch Setzungsbewegungen des Schachtes und/oder der Rohrleitung aufgetreten sind.…
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Bereits in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kam im Kontext der Anschlüsse die Forderung auf, dass Rohranschlüsse an Schacht- und Bauwerkswänden gelenkig ausgebildet werden sollten, um Bruchschäden durch Scherbeanspruchungen auszuschließen, wobei die Anschluß- und Gelenkstücke sich nach den entsprechenden Rohrnormen richten müssen. Diese Forderung ist auch in der Auflage des ATV-A 241 von 1995 gleichlautend enthalten und galt nach DIN 4034 auch …
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Für die Herstellung der Anschlüsse von Rohren an Schächte und Bauwerke fordert [DIN4034-1:1993] eine beidseitig doppelgelenkige Ausbildung gegenüber allen ankommenden und abgehenden Kanälen und Leitungen. Die angeformten Muffen bzw. eingebauten Anschlussstücke müssen den Maßen der anzuschließenden Rohre (Gelenkstücke) entsprechen. Bei einer Betonbettung muss diese an den Anschlüssen unterbrochen werden, um Bewegungen zu ermöglichen. „Notwendigkeit, …
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Bezüglich der Gelenkerzeugung haben sich folgende zwei Varianten bewährt: Beide Varianten werden auf den folgenden Seiten kurz dargestellt.
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Variante 1 – Gelenkerzeugung mit Anschlussstück vor der Schachtwandung Diese Variante ist durch die Erzeugung des Gelenkes vor der Schachtwandung gekennzeichnet (Bild). Als Anschlussstücke werden entweder solche mit Muffe und/oder mit Spitzende verwendet. Dabei handelt es sich um entsprechend abgelängte Beton- bzw. Stahlbetonrohre oder auch Rohre anderer Werkstoffe, die in vorhandene oder nachträglich hergestellte Schachtanschlussöffnungen einbetoniert …
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Für Bauwerke aus Kanalklinkern, die neu errichtet oder saniert werden,gilt das DWA-A 157. Danach müssen diese aus „ungelochten Kanalklinkern mit niedrigem Porengehalt (DIN 4051) unter Verwendung von werkmäßig hergestelltem Mauermörtel mit hohem Sulfatwiderstand in mindestens 24 cm Mauerstärke (ein Stein) nach DIN EN 1996-1-1 (Eurocode 6) vollfugig mit einer Fugenstärke von 8 mm bis 12 mm hergestellt werden“. Die Fugen sind innen und außen glatt abzustreichen. …
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Bei den Klinkern unterscheidet die DIN 4051 zwischen: -
Allseitig rechteckige Kanalklinker - Form K
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Kanalkeilklinker
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Kanalschachtklinker C
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Sonderformate - SF (Rundfaserklinker, Schachtsohlklinker)
(Bild: Sewer brick NF K according to DIN 4051) Allseitig rechteckige Kanalklinker - Form K (Bild: Kanalkeilklinker (A) für Sohlgewölbe nach DIN 4051 [DIN4051b]) Kanalkeilklinker (Bild: Manhole brick C according to DIN 4051) Kanalschachtklinker C
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Bei Schächten für Abwasserleitungen und -kanäle mit Nennweiten ≥ DN 700 können diese nach DIN V 1201 auch seitlich (tangential) an Rohre angeformt werden. (Bild: Vorgefertigter Schacht mit seitlich angeordnetem Einstieg aus GfK – Tangentialschacht) (Bild: Einbau eines vorgefertigten Schachtes aus Stahlbeton (Sonderanfertigung))
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Schächte sind mit Steighilfen in Form von einläufigen oder zweiläufigen Steigeisengänge bzw. ortsfesten oder beweglichen Steigleitern auszurüsten. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der eingeschränkten Sichtbedingungen ist eine einheitliche Ausführung der Steighilfen in allen Schächten eines Entwässerungssystems wegen der Sicherheit gebenden Routine wichtig. Zusätzlich sind oberhalb von Einstiegsstellen geeignete Haltevorrichtungen anzuordnen.
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DIN EN 13101 definiert das Steigeisen als „Bauteil, das an der Wand eines Schachtes oder eines begehbaren, unterirdischen Bauwerkes befestigt oder angebracht werden kann, um ein sicheres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen“. Die Anordnung der Steigeisen kann einläufig (DIN 19555) oder zweiläufig (DIN 1212) erfolgen. Nach DWA-A 157 beträgt das Steigmaß für ein- oder zweiläufige Steigeisengänge 250 mm, in Sonderfällen 333 mm. Zwischen Auftritt und unterstem …
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Bei den Steigleitern unterscheidet man zwischen herausnehmbaren (mobilen) und dauerhaft in Schächten befestigten (ortsfesten) Steigleitern mit Seiten- oder Mittelholmen. Letztere sind Gegenstand der nachfolgenden Betrachtungen. -
Die Steigleiter mit Seitenholmen nach DIN EN 14396ist eine „ortsfeste Steigleiter, an der die Sprossen zwischen zwei Seitenholmen angeordnet, an diesen befestigt sind und die Seitenholme die Last tragen“.
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Die Steigleiter …
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Als Werkstoffe für Steigleitern können nach DIN EN 14396 folgende Materialien verwendet werden: -
Stahl nach DIN EN 10025 oder DIN EN 10080, feuerverzinkt nach DIN EN ISO 1461
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glasfaserverstärkter Kunststoff nach DIN EN 13706 oder gleichwertigen Normen (UV-beständig)
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nichtrostender Stahl nach DIN EN 10088-1 oder DIN EN 10088-3, Mindestqualität X6CrNiTi18-10 (Für Abwasser- und Trinkwassersysteme sowie in besonders korrosiver Umgebung wird die Verwendung …
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Neben den Steigleitern aus den zuvor angeführten Werkstoffen gibt es seit wenigen Jahren auch aus Beton geformte Steigleiter- bzw. Steigstufensysteme sowie Steigkästen aus Edelstahl, die gleichzeitig mit der Herstellung des Schachtringes oder -konus eingeformt werden. Insbesondere im Bereich der Gerinne empfiehlt sich zur Vermeidung von Ablagerungen der Einbau von Steigkästen. (Bild: Aus Beton geformtes Steigleitersystem [FI-allbe]) (Bild: Steigkästen …
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Den oberen Abschluss eines Schachtes bildet die Schachtabdeckung (Bild). Diese Abdeckung besteht aus einem (Schacht-)Rahmen, dem Schmutzfänger und einem (Schacht-)Deckel. (Bild: Schnitt durch eine Schachtabdeckung in Anlehnung an DIN EN 124 bzw. DIN 19549)
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